Motorradreisen

ein Blog von Andreas Stevens

UK Versys Meet 2018 – Tag 03

Patrick’s Leidenschaft ist das Kochen. Das bemerkt man sofort, wenn man ihm beim Zubreiten des Frühstück beobachtet. Und Patrick serviert ein klassisches britisches Frühstück. Toast, gebackene Tomaten, gebratene Pilze, von beiden Seiten gebratenenes Spiegelei mit weichem Kern, Würstchen, Speck. Nur auf die Bohnen habe ich verzichtet. Alles zubereitet auf einem Taipan-Grill und mit viel Liebe. Volle Punktzahl für das Linden Guesthouse in Ross-On-Wye.

Einweisung

Nach dem Frühstück geht es zum Treffpunkt, dem örtlichen Supermartk, wo nach und nach alle Teilnehmer eintreffen. Neben den Versys sind noch zwei Honda 750 (1 * S & 1 * X), eine Z100SX, zwei Triumph Tiger, eine Tracer und eine MT10 vertreten. Gefahren wird nach dem Second-Man-Drop-Off-System, welches Jonny allen Teilnehmer zusätzlich zu den Allgemeinen „Spielregeln“ erklärt. Beim Drop-Off-System gibt es einen Tourguide, dem folgt das Feld und einen oder zwei Sammler, die am Schluss fahren und alle einsammeln. Der jenige, der hinter dem Tour-Guide herfährt (zweiter Mann – second man) wird vom Tour-Guide an markanten stellen als Marker platziert (drop off). Das bedeutet der zweite Fahrer hält an und zeigt an einer Kreuzung oder Ausfahrt im Kreisverkehr dem Feld an wo es lang geht. Das Feld fährt am Marker vorbei und dieser sortiert sich vor dem letzten Fahrer, dem Sammler, wieder ein.  Somit rotiert das Feld und jeder ist mal zweiter und somit Marker. Weiterer Vorteil ist, dass jeder sein Tempo fahren kann und nicht hinter dem Vordermann her rasen (dran bleiben) muss. An markanten Abbiegestellen steht halt einer und solange keiner steht geht es gerade aus weiter.

River Wye

Pünktlich macht sich die Kolonne auf den Weg Richtung Wales, bzw dem Wye Valley Area of Outstanding Nature. In Namen vergeben sind die Engländer spitze. Das man in Wales ist bemerkt man daran, dass die Schilder nun alles zweisprachig sind. Zuerst in Walisisch und dann in Englisch. Erster Halt ist Symondy Yat Rock von dem man einen tollen Ausblick, auf die durch den River Wye geteilte Landschaft, hat.

Cheptow Castle

Gruppenfoto

Nach der kurzen Pause geht es parallel zum River Wye weiter nach Cheptow, wo vor dem Cheptow Castle das Gruppenfoto gemacht wird. Leider haben wir auf dem Weg dahin unseren letzten Mann (Paul Simon, technisches Problem) verloren, der aber (ohne Bescheid zu sagen) zum nächsten Treffpunkt weiter gefahren ist. Der nächstes Halt ist das Steel Horse Café, ein Biker-Treff, wo wir zu Mittag essen. Nach der Pause geht es in den Brecon Beacons National Park vorbei an Seen, Wäldern und kleinen Flüssen. Nächster halt passend zur Tea Time ist das The Old Barn Tea Room. Dort wird in feinsten Porzellan Tee und Kuchen serviert. Ich hab natürlich wieder Kaffee bestellt, den ich typisch britisch wieder in einer French Press serviert bekomme.

Royal Wedding

Und da an dem Tag die royale Hochzeit ist ist alles festlich geschmückt. Übrigens mehr in Wales als in England.

 

 

Wales

Dann geht es hoch zum Hay Bluff in die Hochebene wo man einen tollen Ausblick über Wales hat. Die Rückfahrt zum Hotel bzw. zum Ort Ross-on-Wye fährt jeder für sich selbst bzw. in kleinen Grüppchen.

Feiern

Abends treffen wir uns alle auf der Terasse vom Royal King, einem Hotel und lassen uns den Tag bei dem ein oder anderen Pint nochmal durch den Kopf gehen.

UK Versys Meet 2018 – Tag 02

Nach einer ruhigen Nacht lernte ich das britische Frühstück kennen. Britisch? Hmm, würde sagen HotDogs zum Frühstück. Jonnys Frau hatte Würstchen eingekauft und in die Tiefkühltruhe gelegt. Sehr zum Ärger von Jonny, da es auch noch die falschen waren. Marcus, der in der Lebensmittelindustrie arbeitet, hielt uns auch promt einen Vortrag wieviel Fleisch (genau 80%) in der perfekten Wurst sein muss. In der Zwischenzeit tauten die Würstchen in der Mikrowelle auf. Parallel wurden die HotDog-Brötchen im Backofen aufgebacken UND eine Pfanne auf der obersten Schiene in den Backofen gestellt. Die Backofentür blieb die ganze Zeit auf und heizte den Raum mit auf. Ping, die Mikrowelle signalisierte das Ende der Auftauphase und die Würstchen wanderten in die vorher eingefettete Pfanne aus dem Backofen. Die Pfanne wurde wieder in den Backofen auf die obersten Schiene geschoben und die Würstchen bruzelten bei geöffneter Tür vor sich hin. Ich vermute mal, dass hier die Grillfunktion genutzt wurde. Interessante Art Würstchen zu zubereiten. In der Zwischenzeit wurde Kaffee serviert. Auch ein Erlebnis. Mit einem Wasserkocher wird Wasser zum Sieden gebracht. Dann wird in einer French-Press löslicher Kaffee eingefüllt, das kochende Wasser drüber gegossen und umgerührt. Zum Schluss wird das Sieb der French-Press runter gerückt. Ich fragte mich, was bei einem lösslichen Kaffee noch gefiltert werden soll. Egal, der Kaffee schmeckte und machte wach. Die Würstchen waren nun auch fertig und so gab es HotDogs samt Ketchup und Senf zum Frühstück. Interessant ist auch, dass der Engländer morgens eine Tasse Kaffee trinkt und danach auf Tee umschwenkt. Ich trank weiter Kaffee.

Jonny & Marcus

Nach dem Frühstück ging es an die Wartung der Maschinen bzw. ans bepacken. Jonny hatte am Tag vorher festgestellt, dass sein Reifendruck nicht passte. Kein Problem: ich hab ja alles dabei. Jonny und Marcus waren von meinem Equipment begeistert. Das ich einen Reifendruckprüfer und einen Kompresor in meinen Packtasche habe, brachte mir den Kommentar ein: Typisch Deutsch. Nachdem sie die anderen Teile in der Werkzeugtasche gesehen hatten, meine Jonny nur, er hätte noch nie so einen organisierten Deutschen kennen gelernt. Und Marcus gab mir den Spitznamen: Inspektor Gadget. Zudem will Marcus  die Inventar-Liste per Mail haben.

Panorama

Carriages Café

Dann gin es los und wir fuhren als erstes den Aussichtspunkt Barrow Wake an, von dem man eine herrlichen Ausblick über Landschaft hat. Von dort aus ging es zum Treffpunkt mit Paul Simon, ja der heißt so und ist nicht der Sänger. Treffpunkt war das Carriages Café, ein umgebauter Eisenbahnwagon. Weiter ging es durch die britische Landschaft und nach einer kurzen Eis-Essen-Pause kamen wir am Versys-Treffpunkt Ross-on-Wye an. Ich fuhr zu dem Linden Guest House in der Church-Street und Patrick öffnete mir, mit einem riesen Pflaster auf dem kalhen Kopf, die Tür. Im besten Oxford English begrüßte mich Patrick, den ich auf ca. 70 Jahre schätze, und erklärte mir ich soll nicht ängstlich wegen der Kopfverletzung sein. Er hatte gestern eine Operation. Alle Achtung, möchte nicht wissen was das für ein Eingriff war. Patrick zeigte mir dann mein Zimmer, welches gemütlich eingerichtet ist und wollte noch wissen wann ich zum Frühstück erscheine.

Versys-Treffen

The King’s Head

Ich fühlte mich auf Anhieb wohl und Patrick gab mir noch eine Karte für die Schranke zu einem abgesperrten Parkplatz hinter dem Wohnblock. Dort standen schon die ersten Versys (Was ist eigentlich die Mehrzahl von Versys? Versen? Hört sich komisch an). Nachdem ich mein Gepäck verstautt hatte und eine Dusche genossen habe, ging es zum vereinbarten Pub The King’s Head. Dort warteten bereits andere Teilnehmer und die ersten Benzingespräche wurden geführt. Als einziger Deutscher war ich so etwas wie ein Exot und jeder suchte das Gespräch und jeder meinte mir einen Ausgeben zu müssen.

Noch ein wenig interessantes zur englischen Sprache.
Jonny sprach öfters von seinem Bruder. Das englische Wort dafür heißt brother. Nur hat er nicht brother gesagt, sondern Bruder. Eigenartig.
Das englische Wort für Fahrrad heißt bicycle, der Engländer sagt aber push-bike. Jonny hat es mir nach Nachfrage erklärt: Als die Fahrräder noch keine Kette hatte wurde es angeschoben (push = schieben, drücken).
Und das u im Pub wird auch wie ein  u ausgesprochen.
Die Waliser, Schotten und Iren sprechen ein „sauberes“ English. Ich vermute mal das liegt daran, dass diese Gruppen English als Fremdsprache haben.
Engländer aus der Ecke Leeds, Liverpool sind schwer zu verstehen und nuscheln 🙂

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