Mal wieder wurden wir mit einem Prasseln aufs Zeltdach geweckt und so mussten wir zur Abfahrt wieder unseren Nässeschutz anlegen.

Wir verließen den Campingplatz und fuhren die Rv15 Richtung Gebirge. In Folva wurde uns signalisiert, dass die 258 offen ist und das Abenteuer Strynfjell konnte starten. Kurve um Kurve ging es bis auf 1.204 Meter hoch und nach jeder Biegung wurde es kälter. Irgendwann hatten wir zugefrorene Seen und meterhohen Schnee. Und irgendwann hörte der Asphalt auf und es ging 30 km über Schotter weiter. Langsam näherten wir uns wieder Zivilisation und in Grotli wärmten wir uns in einem Hotel mit einer Tasse Kaffee auf.

Interessanterweise hatten wir aus dem Fjell heraus keine negativen Höhenmeter gemacht und so mussten wir noch über 1.100 Meter runter nach Geiranger. Da im Fjord die TUI Mein Schiff 1 und die Costa Favolota lagen herrschte chaotische Touristenzustände und haufenweise Busse fuhren die Serpentinen hoch bzw. runter. Ich habe irgendwann aufgehört die Kurven zu zählen, aber nach der Tour brauche ich bestimmt neue Bremsbeläge. Da Geiranger überlaufen war fuhren wir direkt weiter die Serpentinen der Adlerstraße rauf zum Aussichtpunkt Ornesvingen.

Von dort machten wir uns zum nächsten Serpentinenwunder auf, den Trollstigen. Dazu mussten wir bei Eidsdal mit der Fähre über den Fjord und wie bereits gestern (hab ich vergessen zu erwähnen) huschten wir auf Kommando des Bordpersonal noch mit unseren Motorräder auf die Fähre.

Auf der anderen Seite des Fjord fuhren wir die Rv63 Richtung Trollstigen weiter und kamen an dem Wasserfall Gudbransjuvet vorbei, wo wir spontan halt machten und uns das Wasserspektakel anschauten.

Dann näherten wir uns den berüchtigten Trollweg und wir schalteten unsere Helmkameras an. Der weg dahin ist recht unspektakulär und plötzlich geht es Serpentine um Serpentine herab und vorbei an riesigen Wasserfällen.

Da wir morgen eine Tagestour hoch zum Trollstigen machen, haben wir heute dort keinen Stopp gemacht und somit auch keine Bilder. Die kommen dann morgen, versprochen.

Und ihr glaubt es kaum. Es hat aufgehört zu regnen und ab und an scheint sogar die Sonne.

Geiranger

Gudbrandsjevet

Geiranger von Ornesvingen

Gudbranajuvet

Zugefrorene Seen im Fjell

Schnee im Fjell

Wir haben direkt am Nigardsbreen auf dem namensgleichen Campingplatz übernachtet. Laut Wettervorhersage sollte es trocken bleiben. Die Wettervorhersage hat wohl nicht die Höhe berücksichtigt. Nach einer Nacht mit einstelligen Temperaturen (und der Schlafsack ist super warm) fing der Tag wieder mit Regen an. Nachdem wir losgefahren sind und im Tal ankamen zeigte sich Norwegen von der schönsten Seite und die Temperaturen stiegen bis auf sommerliche 24°.

Der Nigardsbreen ist eine Gletscherzunge vom Jostedalen, Europas größter Gletscher mit 485 qkm. Für heute wollten wir zum Boyabreen und zum Brikdalsbreen. Zum letztgenannten sind wir leider aufgrund einer Streckensperrung nicht hingefahren.

Vorher haben wir noch am Gletschermuseum angehalten u d uns aufgeschlaut. Dann ging es zum Boyabreen und der Anblick ist atemberaubend. Man kommt so nah ran, dass extra Warnschilder für herabfallendes Eis und Geröll aufgestellt sind.

Aufgrund der Streckensperrung mussten wir einen Umweg von ca. 80 km fahren und eine Fähre über den Fjord nehmen. Dafür wurden wir mit einer herrlichen Straße direkt am Fjord bedient, die teilweise so schmal war, dass nur ein Auto durch passt. Einmal musste der Gegenverkehr für uns extra rückwärts fahren.

Als Entschädigung für dem ausgefallenen Gletscher sind wir dann noch nach Loen gefahren und haben uns die weltweit steilste Seilbahn angeschaut. In 5 Minuten kann man die über 1.000 Meter hoch fahren. Für hoch und runter muss man 485 NOKs auf den Tisch legen, für Sparfüchse gibt es auch ein OneWay-Ticket für 350 NOK. Runter muss man dann mit dem Gleitschirm.

Unser Zelt haben wir auf einem kleinen Campingplatz direkt am See in Mindesrunde aufgeschlagen.

Gletscherüberblick

Ausblick vom Campingplatz Nigardsbreen

Ausblick auf die Gletscher

Gletschermuseum

Boyabreen

Loen Skylift

Campingplatz Mindesrunde