Nachdem wir gestern vorsorglich den Wetterbericht studiert haben wussten wir was auf uns zu kommt. Deshalb haben wir gestern unsere Abreise organisiert und unser Frühstück bereits fertig gemacht. In der Nacht fing es dann zu regnen und zu stürmen und der Wind zerrte am Zelt. Pünktlich zu unserer Aufstehzeit warces dann trocken und wir konnten unseren Kaffee draußen geniesen. Dann fing es wieder an und hörte erst wieder bei unserer Abfahrt etwas auf. Somit war das Zelt nass im Sack.

Wir fuhren bis nach Hjelmeland wo wir mit einer Elektrofähre nach Narvik übersetzten. Der Regen wurde wieder stärker und bei unserer Tankrast reifte der Gedanke für heute eine Hütte zunehmen um die nassen Sachen wieder trocken zu bekommen.

Landschaftlich war die Rv13 eine Augenweide. Links und Rechts Fels, teilweise mit Schnee bedenkt. Ein Traum von einem Straßenverlauf, hoch runter links rechts, kleine Bärenarschtunnel, große super beleuchtete Tunnel usw.

Aufgrund des Wetters haben wir uns nicht den Weg über den Roedal Fjell gegeben. Vorbei an Skiliften ging es dann in einem längeren Tunnel, aber dafür nicht durch die Wolken, die heute besonders tief hingen (und in den engen Tälern eine bezaubernde Kulisse gaben).

An einem uns unbekannten imposanten Wasserfall trafen wir die Gruppe norwegische Motorradfahrer die uns vorher überholt hatten. Einer von ihnen hat sich in den Tunnel bereits lautstark angekündigt und auf dem Parkplatz sah ich, dass er eine Suzuki Intruder fährt. So eine fahr ich ja auch, nur hat der Norweger die 1800 und ich die 800. Ich hab dann zu ihm gesagt, dass ich dachte er fährt ne Harley, wegen der Lautstärke. Er grinste nur und meinte: er hat nur die Cobra Auspuffanlage verbaut und auch die DB Eater wären noch drin.

Nach dem kleinen Smalltalk ging es weiter zum Lattefossen, ein gigantischer Wasserfall. Die Rv13 fährt direkt dran vorbei und man bekommt die Gischt ab. Oder war es doch nur der Regen. Wir konnten es nicht mehr unterscheiden.

Also weiter nach Kinsarvik, wo wir aufgrund einer Baustelle auch noch eine Off Road Einlage geben mussten, und noch schnell ein Brot kaufen. Zum Glück war es dort etwas trockener. Dann die Ernüchterung, es gab keine frei Hütte und keinen freien Platz mehr auf dem ausgewählten Campingplatz. Ich hatte zum Glück mir vorher die norwegischen Campingplätze als POI ins Navi gespeichert. Also zum nächsten, keine Hütten. Zum nächsten, hatte Hütten, aber unterirdisch. Also einen weiter entfernten raussuchen der auf unserer morgigen Route liegt. Dadurch mussten wir bereits heute über die Hardanger Brücke. Ein Erlebnis: Rein in einem Riesentinnel, im Tunnel ein beleuchteter Kreisverkehr raus aus dem Tunnel auf die Brücke (mit sehr viel Seitenwind), rein in einem Tunnel und wieder durch einem unterirdischen Kreisverkehr, dann raus Richtung Ulvig. In Ulvig sind wir dann fündig geworden und haben ein festes Dach über dem Kopf und die Klamotten können trocknen.