Nach einer ruhigen Nacht lernte ich das britische Frühstück kennen. Britisch? Hmm, würde sagen HotDogs zum Frühstück. Jonnys Frau hatte Würstchen eingekauft und in die Tiefkühltruhe gelegt. Sehr zum Ärger von Jonny, da es auch noch die falschen waren. Marcus, der in der Lebensmittelindustrie arbeitet, hielt uns auch promt einen Vortrag wieviel Fleisch (genau 80%) in der perfekten Wurst sein muss. In der Zwischenzeit tauten die Würstchen in der Mikrowelle auf. Parallel wurden die HotDog-Brötchen im Backofen aufgebacken UND eine Pfanne auf der obersten Schiene in den Backofen gestellt. Die Backofentür blieb die ganze Zeit auf und heizte den Raum mit auf. Ping, die Mikrowelle signalisierte das Ende der Auftauphase und die Würstchen wanderten in die vorher eingefettete Pfanne aus dem Backofen. Die Pfanne wurde wieder in den Backofen auf die obersten Schiene geschoben und die Würstchen bruzelten bei geöffneter Tür vor sich hin. Ich vermute mal, dass hier die Grillfunktion genutzt wurde. Interessante Art Würstchen zu zubereiten. In der Zwischenzeit wurde Kaffee serviert. Auch ein Erlebnis. Mit einem Wasserkocher wird Wasser zum Sieden gebracht. Dann wird in einer French-Press löslicher Kaffee eingefüllt, das kochende Wasser drüber gegossen und umgerührt. Zum Schluss wird das Sieb der French-Press runter gerückt. Ich fragte mich, was bei einem lösslichen Kaffee noch gefiltert werden soll. Egal, der Kaffee schmeckte und machte wach. Die Würstchen waren nun auch fertig und so gab es HotDogs samt Ketchup und Senf zum Frühstück. Interessant ist auch, dass der Engländer morgens eine Tasse Kaffee trinkt und danach auf Tee umschwenkt. Ich trank weiter Kaffee.

Jonny & Marcus

Nach dem Frühstück ging es an die Wartung der Maschinen bzw. ans bepacken. Jonny hatte am Tag vorher festgestellt, dass sein Reifendruck nicht passte. Kein Problem: ich hab ja alles dabei. Jonny und Marcus waren von meinem Equipment begeistert. Das ich einen Reifendruckprüfer und einen Kompresor in meinen Packtasche habe, brachte mir den Kommentar ein: Typisch Deutsch. Nachdem sie die anderen Teile in der Werkzeugtasche gesehen hatten, meine Jonny nur, er hätte noch nie so einen organisierten Deutschen kennen gelernt. Und Marcus gab mir den Spitznamen: Inspektor Gadget. Zudem will Marcus  die Inventar-Liste per Mail haben.

Panorama

Carriages Café

Dann gin es los und wir fuhren als erstes den Aussichtspunkt Barrow Wake an, von dem man eine herrlichen Ausblick über Landschaft hat. Von dort aus ging es zum Treffpunkt mit Paul Simon, ja der heißt so und ist nicht der Sänger. Treffpunkt war das Carriages Café, ein umgebauter Eisenbahnwagon. Weiter ging es durch die britische Landschaft und nach einer kurzen Eis-Essen-Pause kamen wir am Versys-Treffpunkt Ross-on-Wye an. Ich fuhr zu dem Linden Guest House in der Church-Street und Patrick öffnete mir, mit einem riesen Pflaster auf dem kalhen Kopf, die Tür. Im besten Oxford English begrüßte mich Patrick, den ich auf ca. 70 Jahre schätze, und erklärte mir ich soll nicht ängstlich wegen der Kopfverletzung sein. Er hatte gestern eine Operation. Alle Achtung, möchte nicht wissen was das für ein Eingriff war. Patrick zeigte mir dann mein Zimmer, welches gemütlich eingerichtet ist und wollte noch wissen wann ich zum Frühstück erscheine.

Versys-Treffen

The King’s Head

Ich fühlte mich auf Anhieb wohl und Patrick gab mir noch eine Karte für die Schranke zu einem abgesperrten Parkplatz hinter dem Wohnblock. Dort standen schon die ersten Versys (Was ist eigentlich die Mehrzahl von Versys? Versen? Hört sich komisch an). Nachdem ich mein Gepäck verstautt hatte und eine Dusche genossen habe, ging es zum vereinbarten Pub The King’s Head. Dort warteten bereits andere Teilnehmer und die ersten Benzingespräche wurden geführt. Als einziger Deutscher war ich so etwas wie ein Exot und jeder suchte das Gespräch und jeder meinte mir einen Ausgeben zu müssen.

Noch ein wenig interessantes zur englischen Sprache.
Jonny sprach öfters von seinem Bruder. Das englische Wort dafür heißt brother. Nur hat er nicht brother gesagt, sondern Bruder. Eigenartig.
Das englische Wort für Fahrrad heißt bicycle, der Engländer sagt aber push-bike. Jonny hat es mir nach Nachfrage erklärt: Als die Fahrräder noch keine Kette hatte wurde es angeschoben (push = schieben, drücken).
Und das u im Pub wird auch wie ein  u ausgesprochen.
Die Waliser, Schotten und Iren sprechen ein „sauberes“ English. Ich vermute mal das liegt daran, dass diese Gruppen English als Fremdsprache haben.
Engländer aus der Ecke Leeds, Liverpool sind schwer zu verstehen und nuscheln 🙂