Die Engländer ticken doch ganz anders als wir. Jedenfalls was die Durchführung von Treffen anbelangt. Bei dem deutschen Versys Treffen sind alle im gleichen Hotel untergebracht und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander. Freitag gemeinsames Abendessen, Samstag morgen gemeinsames Frühstück mit anschließender gemeinsamer Ausfahrt und Abends wieder gemütliches beisammen sein. Sonntags morgen dann wieder gemeinsames Frühstück und ausufernde Verabschiedung.
In England reist jeder Freitags an und übernachtet dort wo es ihm passt. Abends trifft man sich in kleinen Gruppen im Pub. Samstag gibt es eine gemeinsame Ausfahrt und Abends sitzt man wieder in kleinen Gruppen im Pub. Eine richtige Verabschiedung gibt es nicht. Man verabschiedet sich Samstag Abend bei den Leuten die greifbar sind. Sonntags geht jeder seine Wege. Schade, hätte mich gerne persönlich von jeden Einzelnen verabschiedet und mich für die Gastfreundschaft bedankt.

Der Sonntag morgen beginnt wieder mit dem herzhaften und leckerem Fühstück von Patrick.  Beim Frühstück unterhalte ich mich mit einem weiteren Gast, der von mir wissen will, was ich heute (Sonntag) noch auf dem Programm habe. Ich antworte, dass ich nach Portsmouth fahre und mir ein historische Kriegsschiff anschauen will. Portmouth? Nein, ich soll nach Portsmith fahren. Das Schiff dort wäre schöner. Ich bin so verwirrt, dass ich google anwerfe. Nein, es gibt kein Portsmith. Der Ort wo das Kriegschiff liegt heißt Portsmouth, aber die Engländer sprechen es smith aus. Nach dem Frühstück, dem Packen und der Verabschiedung von Patrick mache ich mich auf den Weg den Stolz der britschen Marine zu begutachten. Die Fahrt dort hin ist sehr kurzweilig und teilweise fahre ich zweispurige Straßen (Bundestraßen) um Kilometer, ähm. Meilen zu machen.

HMS Victory

Der Hafen in Portsmouth ist schnell gefunden und die HMS Victory auch. Vom Sockel haut mich der Kahn nicht wirklich. Die königliche dänische Fregatte in Ebeltoff macht da mehr her. Da Mittag ist gönne ich mir ein typisches britische Mittagessen: Fish’n Chips.

Fish’n Chips

Echt lecker und für knapp 10 GBP inkl. Getränk auch preiswert.
Als ich wieder los will streikt mal wieder mein Navi. Es dauert und dauert und kommt nicht in die Pötte. Und die zwei schwerbewaffneten Polizisten vor dem Schiffsmuseum werden schon nervös und schauen immer wieder rüber. Okay, bevor es Stress gibt fahr ich besser mal los und hoffe, dass das Navi sich bald fängt. Raus aus der Stadt und weiter Richtung Brighton. Dort hab ich als Wegpunkt in meinem Navi den Pier und lande prommt in ein Verkehrschaos.

Brighton

Was für Menschenmengen und was für eine Strandpromenade. Erst mal einen Parkplatz finden.

Versys

In einer längeren Reihe andere Moppeds finde ich noch einen Platz.

 

 

Brighton Pier

Brighton Pier

Der Brighton Pier ist ein Vergnügungspark der geschätze 2 Kilometer ins Wasser ragt. In einer riesigen Halle ist ein Spielkasino, Automaten, Süßigkeiten und vieles

Kasino

mehr aus der Rubrik Blink- und Geräuschkulisse. Am Ende vom Pier gibt es eine Achterbahn, Wildwasserbahn, Geisterbahn, AutoScooter und und und. Überall sind Souvenier-Shops und Fress-Buden. Überwältigend.

Damit hatte ich nicht gerechnet. Und das bei besten Wetter. Noch überwältigt von den Eindrücken fahre ich wieder los Richtung Dover. Da ich den Fahrstil der Engländer bereits adaptiert habe überhole ich auch dort wo man es in Deutschland nicht machen würde. Erst zwei andere Moppeds und noch ein Auto in der 40 Meilen-Zone. Auf einmal Yeal-Geräusch und Blaulicht hinter mir. Na toll, das wird teuer. Ich blinke links und orientiere mich zum Fahrbahnrand. Der Polizeiwagen bleibt seitlich hinter mir und bleibt und bleibt. Dann zieht er endlich vorbei und als er vor mir ist macht er das Blaulicht aus und fährt weiter. Glück gehabt, hat wohl keine Lust auf Diskussionen mit einem Deutschen gehabt. Ich hätte auf jedenfall kein Englisch mehr gekonnt 🙂

Strand Folkstone

Auf kleinen Straßen fahre ich durch die sonnige und grüne Landschaft Südenglands und komme Abends in Folkstone an. Einen Ort kurz vor Dover wo ich mein Hotel gebucht habe. Nix berühmtes, aber für eine Nacht ausreichend. Noch ein zwei Fotos vom Strand und erschöpft ins Bett.